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Journalismus

Wie weiter machen nach Relotius?

01.04.2019

Kehrt der Journalismus in Deutschland nach der Relotius-Affäre wieder zur Tagesordnung zurück? Das befürchtet "Krautreporter"-Herausgeber Alexander von Streit im Mediendienst meedia.de. Statt Business as usual sollten Journalisten ihre Arbeit transparent machen, empfiehlt er.

Der Beitrag von Alexander von Streit in meedia.de ist keine scharfe Polemik oder Generalabrechnung mit dem Journalismus, sondern ein analytisches und nachdenkliches Stück. Seine Beobachtung ist, dass "es am Ende auf den einfacheren und schon oft erprobten Weg hinausläuft: Skandal recherchieren, in einem Bericht aufbereiten, Strukturen optimieren, weitermachen. Dafür braucht man einen Täter – und den gibt es ja nachweislich." Aber für ihn steht fest: "Diesmal wird diese Rechnung nicht mehr aufgehen. In der digitalen Welt hat sich eine neue Öffentlichkeit entwickelt, in der sich Themen nicht nur schneller verbreiten, sondern auch nicht mehr so schnell verschwinden. Eine Öffentlichkeit, in der darüber hinaus die Glaubwürdigkeit von Journalismus immer wieder in Frage gestellt wird."Wer leidenschaftlich und hoch emotional geführte Auseinandersetzungen in den sozialen Netzwerken über journalistische Themen erlebt, kann Alexander von Streit in seiner Prognose nur zustimmen. Was also ist zu tun? Den Anfang macht er bei den Journalistenpreisen, denen er "werteorientierte Kriterien" empfiehlt. Preiswürdig sollte demnach sein, "was das wichtigste Thema und nicht die eindringlichste Beschreibung ist. Wo hat sich ein Journalist ethisch besonders vorbildlich in seiner Arbeit verhalten? Wie gut trägt ein journalistisches Projekt dem Bedürfnis nach Kommunikation und Information in der Gesellschaft Rechnung?"Und der Journalismus insgesamt? "Haltung der Transparenz" heißt der Schlüsselbegriff für von Streit: "Redaktionen müssen es heute als selbstverständlichen Teil ihrer Aufgabe sehen, dass sie nicht nur eine Wächterfunktion in der Gesellschaft haben, sondern dabei auch offenlegen, wie sie arbeiten und wie die Finanzierung ihres Angebots funktioniert." Journalismus auf Augenhöhe sei notwendig, denn: "Ohne Transparenz kann es keine Glaubwürdigkeit geben." Dem ist nichts hinzuzufügen.Ein Kommentar von Hendrik Zörner

Qualität im Journalismus Medienkritik Ethik DJV-Blog

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